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Hallo Tischtennisfreunde,
Gestern fand das BKVTT Pokalfinale zwischen Freizeit 1 und Schulamt 2 statt.
Nach einem wirklich sehenswerten Kampf hieß der Sieger am Ende Freizeit 1

Die Pokalsieger Nikolaus Wrede und Bastian Koch
Andreas Kerl schickte mir einen lesenswerten Spielbericht, den ich euch nicht vorenthalten will:
Pokalfinale Freizeit gegen Schulamt: Als der Tomahawk den Amtsschimmel besiegte
Es war angerichtet: Pokalfinale im Betriebssport-Tischtennis. Auf der einen Seite Freizeit mit Bastian Koch und Nikolaus Wrede, auf der anderen Seite das Schulamt mit Carsten Olszowa und Ugur Yilmaz. Schon vor dem ersten Ballwechsel war klar: Hier ging es nicht nur um Punkte, Sätze und Pokale — hier ging es um Ehre, Nervenstärke und die Frage, ob Freizeitgestaltung stärker ist als Verwaltungserfahrung.
Und das Ganze fand nicht etwa vor leeren Rängen statt. Nein, Freizeit hatte Unterstützung mitgebracht: Benjamin, Nikolaus’ Sohn, war dabei, außerdem Micha, Rudi und Andreas, unser Mannschaftsführer in anderen Wettbewerben. Damit war die Tribüne zwar nicht ganz Champions-League, aber emotional mindestens Westfalenstadion. Jeder Punkt wurde begleitet von Blicken, Seufzern, Fachanalysen und diesem typischen Tischtennis-Zuschauer-Gesichtsausdruck, der sagt: „Den hätte ich natürlich gemacht“ — obwohl man gerade bequem sitzt und einen Schläger nur aus sicherer Entfernung beurteilt.
Freizeit startete verheißungsvoll. Bastian brachte das Team mit einem Sieg in Führung. Alles sah gut aus. Dann trat Nikolaus an die Platte und lag schnell mit 2:0 Sätzen vorne. Die Sache schien unter Kontrolle. Man hätte fast schon anfangen können, innerlich den Pokal zu polieren oder zumindest schon einmal zu überlegen, wo er im Regal am wenigsten verstaubt.
Aber dann kam Carsten.
Plötzlich retournierte er alles. Wirklich alles. Bälle, die vorher noch wie sichere Punkte aussahen, kamen zurück, als hätte jemand im Schulamt heimlich eine neue Dienstanweisung herausgegeben: „Ab sofort wird kein Ball mehr verschlagen.“ Nikolaus dagegen wurde immer schwächer, während Carsten immer sicherer wurde. Man konnte förmlich sehen, wie auf der einen Seite die Beine schwerer wurden und auf der anderen Seite die Verwaltungsvorschriften in Topspin umgewandelt wurden.
Aus dem 2:0 wurde ein 2:1, dann ein klarer vierter Satz für Carsten mit 11:4, und im fünften Satz traf Carsten plötzlich mit der Vorhand alles, was sich bewegte. Wahrscheinlich hätte er in dieser Phase auch einen heranfliegenden Steuerbescheid mit der Vorhand cross zurückgelegt. Aus dem sicher geglaubten Punkt wurde der Ausgleich: 1:1.
Dann kam das Doppel — und mit ihm das erste große Drama des Abends. Im fünften Satz hatte Freizeit tatsächlich vier Matchbälle. Vier! Normalerweise reicht einer. Manchmal zwei. Bei Freizeit an diesem Abend offenbar nicht einmal vier. Plötzlich wurden Bälle verschlagen, die man im Training wahrscheinlich sogar mit geschlossenen Augen getroffen hätte. Die Zuschauer schwankten zwischen Anfeuern, ungläubigem Schweigen und der stillen Hoffnung, dass irgendjemand kurz den Stecker aus Carsten zieht.
Währenddessen stand Carsten auf der anderen Seite mit Nerven aus Stahl und einer Vorhand, die eher nach Bundesbehörde als nach Freizeitliga aussah: langsam genehmigt, aber endgültig vollstreckt. Ugur hielt stabil mit, und Freizeit bekam das Gefühl, dass dieses Doppel vielleicht nicht verloren wurde, sondern bürokratisch abgelehnt.
Das Schulamt holte sich das Doppel. Freizeit lag hinten.
Zum Glück konnte Nikolaus anschließend mit einem klaren 3:0-Sieg den Ausgleich herstellen. Das war wichtig — nicht nur für den Spielstand, sondern auch für die persönliche Rehabilitation nach dem vorherigen Carsten-Trauma. Damit stand es 2:2. Alles musste also im letzten Einzel entschieden werden: Bastian gegen Carsten.
Und natürlich wurde es kein normales Spiel. Es wurde ein kleines Tischtennis-Drama in fünf Akten. Mit Vorhand, Rückhand, Seitenwechsel und vermutlich erhöhtem Puls bei allen Beteiligten außer Carsten, der zwischendurch wirkte, als hätte er seinen Ruhepuls amtlich beglaubigen lassen.
Bastian lag zunächst mit 0:1 Sätzen zurück, kämpfte sich aber stark zurück und führte plötzlich 2:1. Doch Carsten wäre nicht Carsten gewesen, wenn er nicht noch einmal aus irgendeinem geheimen Schulamts-Aktenordner einen Antrag auf Verlängerung des Dramas gezogen hätte. Er blieb nervenstark, glich aus, und es ging in den alles entscheidenden fünften Satz.
Dort führte Carsten schnell mit 3:1. Auf der Freizeit-Bank wurde es unruhig. Nikolaus hielt es kaum noch auf dem Stuhl, und auch Benjamin, Micha, Rudi und Andreas spürten: Das hier war kein normales Betriebssportspiel mehr. Das war Pokalfinale. Das war Herzrasen mit Zelluloidball. Das war der Moment, in dem selbst erfahrene Zuschauer plötzlich anfangen, innerlich Taktik-Coach, Mentaltrainer und Notfallseelsorger gleichzeitig zu werden.
Bastian aber blieb dran. Er glich auf 3:3 aus und ging sogar mit 5:3 in Führung. Seitenwechsel. Hoffnung. Kurzer Jubel. Innerliche Pokalgravur.
Doch Carsten kam wieder zurück: 5:5.
Dann machte Carsten leichte Fehler, Bastian zog auf 7:5 davon und setzte mit einem starken Vorhand-Topspin zum 8:5 nach. Jetzt war der Pokal zum Greifen nah. Aber offenbar dachte sich Bastian: „Zu einfach wäre ja langweilig.“ Einige leichte Fehler später stand es plötzlich 8:8. Carsten traf wieder alles, sobald Bastian keinen Druck machte. Es roch nach Nervenschlacht, nach Kreisliga-Magie und nach baldigem Sauerstoffbedarf auf der Bank.
Time-out Bastian.
Von der Bank kam immer wieder derselbe Rat: „Spiel in die Rückhand!“ Nikolaus sagte es vermutlich so oft, dass man kurz prüfen musste, ob es sich noch um Coaching oder bereits um ein Mantra handelte. Und tatsächlich: Bastian hörte darauf, spielte mutig in Carstens Rückhand und ging mit 9:8 in Führung.
Dann aber ein leichter Fehler über der Platte: 9:9.
Alles offen. Zwei Punkte trennten Freizeit vom Pokal — oder vom kollektiven „Was wäre gewesen, wenn?“. Auf der Zuschauerbank wurde nicht mehr gesprochen, sondern nur noch geatmet. Benjamin sah seinen Vater vermutlich zwischen Hoffnung und Herzinfarkt pendeln, Micha und Rudi litten mit, und Andreas analysierte innerlich wahrscheinlich schon, ob man für solche Situationen künftig ein eigenes Mannschaftstraining „Matchbälle ohne Nervenzusammenbruch“ einführen sollte.
Zum Glück hatte Bastian Aufschlag.
Er packte seinen Tomahawk-Aufschlag aus — direkt in Carstens Rückhand. Carsten retournierte, Bastian griff an, Carsten bekam noch ein paar Bälle zurück, doch dann schlug er einen Ballonball knapp am Tisch vorbei. 10:9 für Bastian. Matchball. Pokalball. Championship Point.
Noch einmal Tomahawk-Aufschlag in die Rückhand.
Carsten retournierte.
Bastian zog den Topspin.
Der Ball berührte das Netz.
Für einen winzigen Moment blieb die Halle stehen.
Dann fiel der Ball unerreichbar auf Carstens Seite.
Satz. Match. Pokal. FREIZEIT!
Was folgte, war Jubel. Erleichterung. Wahrscheinlich auch ein paar Gesichtsausdrücke, die man sonst nur nach bestandener Führerscheinprüfung oder nach erfolgreich abgewehrter Steuerprüfung sieht. Benjamin, Micha, Rudi und Andreas durften live miterleben, wie aus einem Betriebssportabend eine kleine Vereinslegende wurde.
Am Ende gewann nicht nur eine Mannschaft, sondern ein komplettes Drama: mit vier vergebenen Matchbällen im Doppel, einem beinahe unzerstörbaren Carsten, einem nervenstarken Bastian, einem wichtigen Nikolaus-Punkt, treuen Zuschauern und einem finalen Netzroller, der wahrscheinlich noch lange als „Tomahawk von Freizeit“ in die Betriebssportgeschichte eingehen wird.
Das Schulamt hatte geprüft, gestempelt und lange widersprochen — aber am Ende wurde der Pokalbescheid rechtskräftig zugunsten von Freizeit erlassen.
Rechtsmittel ausgeschlossen.
Vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht, lieber Andreas!!
Viele Grüße Hans
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